Alle Artikel in: UNESCO-Welterbe Limes

UNESCO-Welterbe Limes

Nach der Chinesischen Mauer ist der Limes das längste Bodendenkmal der Welt. Auf einer Länge von insgesamt 550 Kilometer war der Limes in der Antike die Grenze zwischen dem Römischen Reich und den germanischen Stammesverbänden und verlief quer durch Deutschland. Rund 164 Kilometer dieser Strecke liegen in Baden-Württemberg, davon allein 59,4 Kilometer im Ostalbkreis. Der Obergermanisch-Raetische Limes gehört zu den herausragenden archäologischen Denkmälern Europas. Er wurde im Juli 2005 zum UNESCO-Welterbe erklärt.

Wir laden Euch ein zu einer Reise auf den Spuren der Römer entlang des geschichtsträchtigen Limes, dem Welterbe der UNESCO. Schon heute wünschen wir Euch erlebnisreiche Erkenntnisse zur römischen Vergangenheit und imposante Eindrücke in den ehemaligen Randgebieten der römischen Welt.

Der Deutsche Limes-Radweg und der Limes-Wanderweg bieten ideale Voraussetzungen für eine Erkundung der antiken Zeugnisse.

PS: Die App – Deutsche Limes-Straße – Limes to go bietet die Möglichkeit, den Limes in Deutschland zu erkunden. Egal ob mit dem Auto, dem Rad oder zu Fuß – mit der App habt ihr immer die passende Karte bei euch.

Fernwanderweg: Deutscher Limes-Wanderweg im Ostalbkreis

Von herausragender Bedeutung ist unser anerkanntes UNESCO-Welterbe – der „Obergermanisch-Raetische Limes“, der auf ca. 60 km den ganzen Landkreis durchzieht. Die Römer haben unsere Landschaft in einzigartiger Weise geprägt, eindrucksvolle Spuren dieser Geschichte sind bis heute deutlich erkennbar und erlebbar.

Limesturm am Limesknie Lorch

Neben zahlreichen Rekonstruktionen römischer Bauten gibt es eine Vielzahl von Veranstaltungen, welche die Zeit der Römer wieder lebendig werden lassen. Highlights sind das Limestor in Dalkingen mit seiner Triumphbogenarchitektur und die Reste des Reiterkastells in Aalen mit dem sehenswerten Limesmuseum.

Limesmuseum Aalen

Sehenswürdigkeiten an der Wandertour:
Kastell Halheim, Limesmuseum Aalen, Limes-Thermen Aalen, Römerkastell Böbingen, Kastell Schirenhof, Limesknie Lorch.

Gesamtlänge: 735 km
Länge im Ostalbkreis: 80 km

Höhenmeter: 1.400 Hm
Start/Ziel: Pfahlheim-Lorch
Schwierigkeitsgrad: leicht

Gesamttour

Fernradweg: Deutscher Limes-Radweg

5. Abschnitt: Lorch-Weißenburg

Entlang der alten Reichsgrenze der Römer führt der Radweg durch vier Bundesländer. Unterwegs warten zahlreiche Sehenswürdigkeiten und Museen mit Exponaten aus der Römerzeit auf Euch. Von Lorch bis Aalen führt die Strecke durch den Ostalbkreis und somit entlang der Obergermanisch-Raetischen Limes. Geschichtsbegeisterte Radler können sich auf rekonstruierte Limewachtürme, konservierte und teilweise rekonstruierte Kastelle, Befestigungsanlagen und natürlich auch auf beeindruckende Museen freuen. An der Strecke liegen attraktive Städte ebenso wie namhafte Kur- und Erholungszentren. Aber auch landschaftliche Abwechslung ist auf dem Deutschen Limes-Radweg garantiert.

Limesturm Lorch am Limesknie

Sehenswürdigkeiten an der Radtour:
Kohortenkastell Schirenhof, Kastellbad Schirenhof, Schwäbisch Gmünd, Limesmuseum Aalen, Limes-Park Rainau.

Gesamtlänge: 829,6 km
Länge im Ostalbkreis: 82 km
Höhenmeter: 7.778 Hm
Start/Ziel: Bad Hönningen-Regensburg
Schwierigkeitsgrad: mittel

Tour

Limesknie mit Limesturm Lorch

Nördlich vom Kloster Lorch verlief einst der Obergermanische Limes, der von Norden kommend hier nach Osten in Richtung Donau abbog. Man spricht deshalb vom „Limesknie“. Unweit dieser Stelle ist ein Limesturm aus Holz rekonstruiert worden. Unten im Tal befand sich im Zentrum der heutigen Stadt Lorch ein Kastell für 500 Soldaten.

In unmittelbarer Nähe befindet sich das Kloster Lorch mit seinem Stauferrundbild und der Stauferfalknerei.

Limesinformationszentrum Rotenbachtal

Besondere Aufmerksamkeit verdient das Limes-Informationszentrum am Eingang des Rotenbachtals. Ein Informationspavillon mit Landschaftsmodell gibt Auskunft über das Leben und Arbeiten der Römer am Limes. Durch die Informationstafeln und Modelle von Kastellen erhält man einen Einblick in die römische Vergangenheit Schwäbisch Gmünds. Am westlichen Talhang oberhalb des Rotenbachs liegt der noch gut erkennbare Beginn der aus grob behauenen Steinquadern errichteten raetischen Mauer.

Limes im Taubental Schwäbisch Gmünd

An einer weiteren markanten Stelle wird in Schwäbisch Gmünd auf das Weltkulturerbe aufmerksam gemacht. Informationen mit deutlichen Markierungen und Rekonstruktionen des raetischen Limes wurden im Jahre 2014 am Eingang zum Erholungswald Taubental, zehn Gehminuten nördlich vom Hauptbahnhof Schwäbisch Gmünd gelegen, am Verlauf des Limes geschaffen. Im Boden sind die Reste der römischen Grenze bis heute vorhanden. Oberirdisch sind nun Sandsteine zu beiden Seiten der Straße und des begleitenden Spazierwegs zu sehen. Der angrenzende Informationsplatz ist mit Sandsteinplatten versehen und Blockquader laden hier zum Verweilen ein. Tafeln mit Texten und Grafiken informieren über die Bedeutung der Grenze. Der Limes wurde mittels eines Streifens historischen Pflasters rekonstruiert. Alle Elemente haben eine Breite von 1,20 Meter – exakt die Breite, die auch die römische Grenzbefestigung dort hatte.

Römerkastell Böbingen

Um 160 n. Chr. wurde während der Herrschaft des römischen Kaisers Antonius Pius nördlich der Rems der Limes errichtet. Das heutige Böbingen gehört fortan zur Provinz Raetien und damit zum Römischen Weltreich. Eine Kohorte, also 500 Soldaten, waren hier stationiert. Es war wahrscheinlich die Cohors VI Lusitanorum, die ursprünglich aus Portugal stammte. Sie bauten auf dem „Bürgle“, einem Bergvorsprung über der Rems, ein Kastell, das strategisch sehr günstig lag. Von hier aus konnten sie einen 15 km langen Limesabschnitt mit 20 Wachttürmen kontrollieren.

Limes in Mögglingen

Rund 3,00 Meter hoch und einen Meter breit war der Limes, der römische Grenzwall, vor etwa 1800 Jahren. Angelegt als bewachte Grenzlinie, ursprünglich als Palisadenzaun, später ersetzt durch eine Grenzmauer aus Stein und seit 2005 UNESCO-Weltkulturerbe. Ein Wanderweg im Norden Mögglingens verläuft direkt an der ehemaligen römischen Grenze und ist einer der beliebtesten Wanderstrecken auf der Mögglinger Gemarkung. So hat Mögglingen teil an dem „größten Bauwerk Europas“, das bei Andernach am Rhein beginnt, sich bis nach Lorch zieht, sich dann als „Rätischer Limes“ bis Einingen an der Donau (bei Regensburg) fortsetzt.

Limesanlage am Kocher

Der „Rätische Limes“ verlief mitten durch Hüttlingen. Dabei konnte die römische Grenzlinie ganz verschieden aussehen. Daran erinnert die Nachbildung verschiedener Baustile von Palisaden und Mauerteilen. Den Verlauf des Limes und die Standorte von Kastellen verdeutlicht ein Pflastermosaik. Die Nachbildung eines im Kocher bei Hüttlingen gefundenen Pinienzapfens aus dem Zeitraum 120 – 250 nach Christus schmückt die Anlage.